Drehmoment-Handmessgeräte und Prüfgeräte für Werkzeuge
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Drehmoment-Handmessgeräte und Prüfgeräte für Werkzeuge bzw. Handgeführte Drehmomentmessgeräte prüfen Werkzeuge dort, wo sie eingesetzt werden. Drehmomentschlüssel, Schraubendreher und Akkuschrauber lassen sich damit in wenigen Minuten kontrollieren, dokumentieren und bei Abweichung aussortieren, ohne das Werkzeug einschicken zu müssen.
Warum Drehmomentwerkzeuge regelmäßig geprüft werden
Ein Drehmomentschlüssel ist ein Messmittel, kein Werkzeug im üblichen Sinn. Seine Feder ermüdet mit jeder Betätigung, ein Sturz verstellt ihn, und eine einmalige Überlast kann ihn dauerhaft verschieben. Das Problem dabei: Man sieht es ihm nicht an. Ein Schlüssel, der zehn Prozent zu früh auslöst, klickt genauso zufriedenstellend wie ein richtiger.
Deshalb verlangen Qualitätsmanagementsysteme und die einschlägigen Normen für handbetätigte Drehmomentwerkzeuge eine wiederkehrende Prüfung. Üblich sind Intervalle nach Zeit oder nach Anzahl der Betätigungen, je nachdem, was zuerst eintritt. Wer im Serienbau, in der Instandhaltung sicherheitsrelevanter Verbindungen oder in auditierten Prozessen arbeitet, braucht dafür ein Prüfmittel und ein Protokoll.
Ein eigenes Handmessgerät rechnet sich schnell: Statt Werkzeuge einzuschicken und wochenlang zu ersetzen, prüfen Sie im Haus, und die Werkzeuge bleiben im Einsatz.
Der entscheidende Punkt: Spitzenwert richtig erfassen
Das ist die Funktion, an der brauchbare von unbrauchbaren Geräten unterschieden werden, und sie wird selten erklärt.
Ein auslösender Drehmomentschlüssel knickt beim eingestellten Wert ein. Genau dieser Auslösemoment ist der Messwert, der interessiert. Zieht der Anwender danach weiter, steigt das Moment jedoch wieder an, teils deutlich über den Auslösewert. Ein Gerät, das schlicht den höchsten gemessenen Wert speichert, zeigt dann einen zu hohen Wert an, und Sie beurteilen einen einwandfreien Schlüssel als falsch.
Achten Sie deshalb darauf, ob das Gerät den ersten Spitzenwert erkennt und nicht nur das absolute Maximum. Für anzeigende Schlüssel und für Schrauber gilt das umgekehrt: Dort ist der Maximalwert oder der Verlauf in Echtzeit der richtige Modus. Ein brauchbares Prüfgerät bietet beides.
Worauf Sie bei der Auswahl achten sollten
- Messbereich passend zum Werkzeug. Ein Gerät für 1000 Nm misst kleine Schraubendrehermomente nicht sinnvoll. Wer beides prüft, braucht zwei Bereiche oder ein System mit wechselbaren Aufnehmern.
- Genauigkeit im Verhältnis zum Prüfling. Das Prüfmittel sollte deutlich genauer sein als das geprüfte Werkzeug; als Faustregel wird oft ein Verhältnis von vier zu eins oder besser angesetzt. Sonst prüfen Sie Ihre Messunsicherheit statt Ihres Schlüssels.
- Beide Drehrichtungen, weil linksdrehende Werkzeuge ebenso geprüft werden müssen.
- Aufnahme. Vierkant in den gängigen Größen, Sechskant für Schraubendreher, passend zu Ihrem Werkzeugbestand.
- Betriebsarten. Echtzeitanzeige, Spitzenwert und Ersterkennung des Auslösepunkts.
- Einheiten. Nm und cNm, bei internationalen Vorgaben zusätzlich lbf·ft oder kgf·cm.
- Speicher und Export. Für das Prüfprotokoll zählt, wie viele Messungen gespeichert werden und ob sie sich als Datei ausgeben lassen.
- Stromversorgung und Robustheit, weil das Gerät in der Werkstatt und nicht im Labor steht.
Drehmoment-Handmessgeräte und Prüfgeräte für Werkzeuge: Der Aufbau bestimmt das Ergebnis
Auch das beste Prüfgerät liefert Unsinn, wenn falsch gezogen wird. Vier Punkte machen den Unterschied:
Starr befestigen. Das Gerät oder der Aufnehmer gehört auf eine steife Unterlage oder in eine Vorrichtung. Ein nachgebendes Gestell verfälscht den Verlauf und damit den Auslösepunkt.
Am richtigen Punkt angreifen. Bei Drehmomentschlüsseln ist die wirksame Länge definiert. Wird weiter außen oder innen gezogen, stimmt das eingeleitete Moment nicht mehr mit der Anzeige des Schlüssels überein.
Senkrecht und in einer Ebene ziehen. Schräg eingeleitete Kraft erzeugt Nebenkomponenten, die der Aufnehmer teilweise mitmisst.
Langsam und gleichmäßig steigern. Ein Ruck erzeugt eine dynamische Überhöhung, die als zu hoher Wert erscheint. Gerade bei kurzen Schlüsseln ist der Unterschied erheblich.
Mehr als Werkzeugprüfung
Handmessgeräte eignen sich über die Werkzeugkontrolle hinaus für alle Momente, die man vor Ort einmalig erfassen will: Losbrechmomente an Verschraubungen und Armaturen, Betätigungsmomente an Ventilen und Bedienelementen, Öffnungsmomente an Deckeln und Kappen, Reibmomente an Lagern und Gelenken, Kontrollmessungen in Wareneingang und Endprüfung.
Für Kraftmessungen im selben mobilen Einsatz sehen Sie sich die Handheld-Messgeräte für DMS-Sensoren an.
Abgrenzung
Soll dauerhaft in einem Aufbau gemessen werden statt mobil geprüft, sind statische Drehmomentsensoren die passende Bauform. Für Messungen an laufenden Wellen brauchen Sie rotierende Drehmomentmesswellen. Die Grundlagen zu allen drei Bauarten stehen in der Übersicht der Drehmomentsensoren.
Das Prüfmittel selbst muss kalibriert sein
Ein Prüfgerät, dessen Kalibrierung abgelaufen ist, macht jedes damit erstellte Protokoll wertlos. Wir kalibrieren Ihre Drehmomentmessgeräte nach ISO 17025 im eigenen Labor und liefern den zugehörigen Schein.
Nennen Sie uns Messbereich, Werkzeugtypen und gewünschte Dokumentation, dann schlagen unsere Ingenieure das passende Gerät vor.

