Bluetooth-Transmitter für Wägezellen und Kraftaufnehmer
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Bei Bluetooth-Transmittern für Wägezellen und Kraftaufnehmer ist Ihr Smartphone das Anzeigegerät. Ein Sendemodul am Sensor speist die Messbrücke, digitalisiert das Signal und überträgt es per Bluetooth Low Energy an Handy oder Tablet. Keine Basisstation, keine PC-Software, keine Freigabe durch Ihre IT. Auf Wunsch liefern wir Sensor und Modul anschlussfertig verbunden.
Bluetooth-Transmitter für Wägezellen und Kraftaufnehmer: Der Unterschied zu industrieller Funkübertragung
Bluetooth ist nicht die neuere Variante von Funk, sondern für einen anderen Zweck gebaut. Vier Punkte unterscheiden die Technologien.
Der Empfänger ist ein Gerät, das Sie schon haben.
Bei Funktelemetrie gehört zu jedem Sender ein passender Empfänger, also Basisstation, Handanzeige oder Ausgangsmodul. Bei Bluetooth übernimmt das Smartphone diese Rolle. Das senkt die Einstiegskosten erheblich und macht das System sofort einsatzbereit.
Die Reichweite ist begrenzt, aber größer als erwartet. Bei freier Sicht sind 30 bis 90 m erreichbar, abhängig von Alter und Qualität des Empfangsgeräts. In Gebäuden dämpfen Wände, Stahlbau und gefüllte Behälter deutlich. Bluetooth reicht damit über einen Wägeplatz oder eine Verladezone, nicht bis in den Leitstand.
Die Batterielaufzeit ist der eigentliche Vorteil.
Zwei AA-Zellen halten bei einem Messwert pro Sekunde im Dauerbetrieb rund zehn Monate, im Standby liegt die Aufnahme im Mikroampere-Bereich. Damit ist nicht nur die Handmessung möglich, sondern auch eine Langzeitüberwachung, für die klassische Funktelemetrie eine feste Versorgung bräuchte.
Es gibt keine Anlagenanbindung.
Bluetooth liefert kein 4…20-mA-Signal, keinen Relaiskontakt und keine Feldbusschnittstelle. Soll der Wert in eine Steuerung, ist das die falsche Technologie; nehmen Sie dann einen Wägetransmitter oder ein Funksystem mit Ausgangsmodul aus der Funk-Messtechnik.
Ein Punkt, der in Betrieben mit strenger IT-Richtlinie über den Kauf entscheidet: Bluetooth braucht keinen WLAN-Zugang, keine Netzfreigabe und keine Firewall-Regel. Die Verbindung läuft direkt zwischen Modul und Endgerät.
Was die App leistet
Die App für iOS und Android ist kostenlos. Sie stellt Messwerte als Ziffernanzeige, Zeigerinstrument, Behälterdarstellung oder Diagramm dar, und Sie bauen sich daraus ein eigenes Dashboard in der Detailtiefe, die Ihre Anwendung braucht. Konfiguration und Kalibrierung der Module erfolgen ebenfalls in der App, ein Laptop ist dafür nicht nötig.
Besonders nützlich ist die Rechenfunktion: angezeigte Werte lassen sich als mathematischer Ausdruck aus mehreren Sendemodulen, Funktionen und Konstanten definieren. Damit summieren Sie drei Wägezellen unter einem Behälter zum Gesamtgewicht, ohne eine Summierbox zu verbauen und ohne Verkabelung zwischen den Zellen. Differenzen, Mittelwerte und Umrechnungen in eigene Einheiten sind auf demselben Weg möglich.
Bluetooth Low Energy erlaubt dabei mehr als eine Punkt-zu-Punkt-Verbindung. Ein Modul kann per Broadcast mehrere Empfänger gleichzeitig bedienen, und ein Endgerät mehrere Module anzeigen. Praktisch heißt das: mehrere Kollegen sehen denselben Wert auf ihren eigenen Handys, und ein Handy überwacht mehrere Messstellen.
Welche Sensoren sich anschließen lassen
Die Module arbeiten mit DMS-Vollbrücken von 85 bis 5000 Ohm in 4-Leiter-Technik. Über mehrere Empfindlichkeitsstufen von ±6 bis ±48 mV/V decken sie nicht nur Wägezellen mit den üblichen 2 mV/V ab, sondern auch direkt applizierte Dehnungsmessstreifen und Sensoren mit hohem Kennwert, für die klassische Wägeelektronik zu unempfindlich eingestellt ist.
Damit wird jede vorhandene Wägezelle, jeder Kraftaufnehmer und jede DMS-Applikation an einem Bauteil zu einem drahtlosen Messgerät. Der Temperaturbereich von -40 bis +85 °C erlaubt auch den Einsatz im Freien und im Kühlbereich, die Gehäuseausführung ist nach IP67 geschützt.
Für Sensorhersteller und Integratoren
Neben der Gehäusevariante gibt es die Module als OEM-Platine in Streichholzschachtelgröße, die sich in ein eigenes Sensorgehäuse einbauen lässt. Advertising-Format und BLE-Services sind dokumentiert, sodass Sie das Modul in eine eigene App einbinden können. Wenn Sie Ihr Produkt mit einer Bluetooth-Schnittstelle ausstatten wollen, ohne selbst Messelektronik zu entwickeln, ist das der schnellste Weg. Für die mechanische Seite entwickeln wir auf Wunsch den passenden kundenspezifischen Aufnehmer dazu.
Wofür sich das im Alltag lohnt
Service und Instandhaltung. Techniker kommt mit Sensor und Handy zur Anlage, misst, dokumentiert und schickt das Protokoll vor Ort per Mail. Kein Laptop, kein Kabel, kein Aufbau.
Mobile Prüfungen. Seilspannungen kontrollieren, Anschlagmittel prüfen, Zugkräfte an Abspannungen messen. Überall dort, wo der Messpunkt jeden Tag ein anderer ist.
Inbetriebnahme und Fehlersuche. Werte ablesen, während man an der Maschine steht, statt zwischen Schaltschrank und Messstelle zu pendeln.
Langzeitmessung ohne Infrastruktur. Modul montieren, Messrate niedrig setzen, nach Monaten auslesen. Ohne Kabeltrasse und ohne Stromanschluss am Messpunkt.
Messtechnik, die weitergegeben wird. Getrennte PINs für Konfiguration, Anzeige und Kalibrierung verhindern, dass Einstellungen unbeabsichtigt verändert werden. Wer Geräte verleiht oder an Kunden weitergibt, schützt damit die Kalibrierung, während jeder den Wert ablesen darf.
Anschlussfertig und kalibriert
Bestellen Sie ein Modul gemeinsam mit einer Wägezelle oder einem Kraftaufnehmer, verbinden wir Sensor und Modul kostenlos für Sie. Auf Wunsch kalibrieren wir die Messkette nach ISO 17025 im eigenen Labor, sodass Sie in kg oder kN messen und nicht in mV/V.
Alternativen
Mobile Anzeigegeräte ohne Smartphone finden Sie bei den Handheld-Messgeräten, industrielle Funkübertragung mit Anlagenanbindung in der Funk-Messtechnik, Messungen an rotierenden Bauteilen unter Telemetrie.
Bei der Auswahl von Sensor, Modul und Kalibrierung beraten unsere Ingenieure Sie direkt.

