Eine stehende Last zu wiegen ist die einfache Aufgabe. Interessant wird es, wenn die Last fährt: ein Kran, ein Regalbediengerät, ein Portal. Dort will man nicht wissen, was insgesamt hängt, sondern was auf jedem einzelnen Rad steht — und zwar während der Fahrt.
Das Problem dabei ist selten die Messtechnik. Es ist der Platz. Im Fahrwerk ist keine Bauhöhe frei, und die Konstruktion umzubauen ist keine Option.
Flach heißt: passt in die Schraubverbindung
Deshalb gibt es flache Wägezellen in Plattenbauform. Sie werden nicht zusätzlich eingebaut, sondern in eine Verbindung gelegt, die es schon gibt — zwischen Fahrwerk und Radblock. Die Kraft ging dort ohnehin durch. Jetzt wird sie dabei gemessen.

Unsere LHMA Kraftmessplatte LXH-PRR ist genau dafür gebaut, und zwar passgenau für den Radblock DEMAG DRS-M 125. Nennlast 30 kN, also 3.000 kg, in Druckrichtung. Kombinierter Fehler maximal ±0,2 % vom Endwert, Kennwert 1 mV/V ±0,1 %. Gehäuse aus 17-4PH-Edelstahl, IP67, Anschluss über M12-Steckverbinder.

Warum die Überlastwerte hier zählen
Bei stehenden Lasten sind Überlastangaben eine Fußnote. Bei bewegten sind sie das Auslegungskriterium. Ein Kranfahrwerk erlebt Stöße: Anfahren, Bremsen, eine Stoßfuge in der Schiene, ein Schrägzug. Die Spitze liegt regelmäßig deutlich über der Nennlast, und das über Jahre.
Die LXH-PRR ist auf 120 bis 150 % sichere Überlast ausgelegt, die Bruchlast liegt über 500 % der Nennlast. Das ist der Grund, warum eine Zelle für diesen Einsatz nicht einfach nach Nennlast ausgewählt wird — sondern nach dem, was im schlechtesten Moment durch sie geht.
Was Sie damit sehen
Vier Räder, vier Messstellen — und damit vier Antworten statt einer:
- Radlast je Rad. Ungleiche Verteilung wird sichtbar, nicht gemittelt.
- Schiefe Beladung. Ein Regalbediengerät, das einseitig belädt, zeigt das sofort.
- Überlast im Betrieb. Nicht als Rechnung, sondern als gemessene Spitze.
- Lastkollektiv. Wer über Monate mitschreibt, kennt die tatsächliche Beanspruchung der Schiene und des Fahrwerks.
Was flach nicht kann
Der Kompromiss soll nicht untergehen: ±0,2 % vom Endwert ist gut für eine Platte in dieser Bauhöhe, aber es ist nicht die Klasse einer freistehenden Zelle. Ein Druckkraftaufnehmer mit normaler Bauhöhe kommt deutlich weiter, weil er den Federkörper haben darf, den die Physik braucht.
Für die Frage „wie ist die Last auf die Räder verteilt“ reicht das mit Abstand. Für eine eichfähige Verwiegung ist es der falsche Sensor — dafür gibt es Kranwaagen, die genau darauf ausgelegt sind. Die ehrliche Regel: flache Zellen wählt man wegen der Einbausituation, nicht wegen der Genauigkeit.
Vom Signal zur Anzeige
1 mV/V ist ein Analogsignal und braucht Verstärkung — entweder über einen DMS-Messverstärker auf der Hutschiene oder über einen Wägetransmitter. Bei mehreren Rädern lohnt der Blick auf digitale Schnittstellen: über CANopen bleibt jede Zelle einzeln sichtbar, statt in einer Summe zu verschwinden.
Wenn die Messung Teil eines Sicherheitsnachweises werden soll, ist das eine eigene Fragestellung — dazu unsere Seite Funktionale Sicherheit SIL | PL.
Anderer Radblock, andere Last?
Die Plattenbauform ist immer eine Anpassung an eine konkrete Schnittstelle: Lochbild, Höhe, Nennlast. Wir fertigen die Geometrie selbst, deshalb ist eine kundenspezifische Ausführung hier der Normalfall, nicht die Ausnahme. Einen Überblick über alle Bauformen gibt Wägezellen & Kraftaufnehmer, Grundlagen erklärt Wie funktioniert eine Wägezelle?.
Schicken Sie uns Radblock-Typ, Nennlast und die Einbausituation an office@octogon.org oder über unser Kontaktformular, Telefon +43 676 3628453.



