Funk-Lastschäkel mit integriertem Akku und Messelektronik im Bolzen

Ein Schäkel hängt ohnehin im Kraftfluss. Wer wissen will, welche Last an einem Hebezeug tatsächlich zieht, muss deshalb nichts umbauen: Er ersetzt den vorhandenen Schäkel durch einen, der zugleich misst. Genau das ist ein Funk-Lastschäkel. Wir haben eine Ausführung für 250 kN Nennlast gefertigt. Messelektronik und Akku sitzen direkt am Bolzenkopf, ein Messkabel zur Anlage gibt es nicht.

Warum am Schäkel gemessen wird

Eine Kraft lässt sich nur dort erfassen, wo sie durch ein Bauteil geht. Bei Hebe- und Zuganwendungen ist dieses Bauteil häufig der Schäkel. Er verbindet Seil, Kette oder Gurt mit dem Anschlagpunkt und trägt die volle Last.

Der Vorteil liegt im Einbau. Eine separate Kraftmessdose braucht Platz im Strang und verlängert ihn. Ein Lastschäkel nimmt den Platz ein, den der Schäkel vorher hatte. Die Anlage bleibt, wie sie ist. Dasselbe Prinzip nutzen auch Kraftmessbolzen & Kraftmessachsen und Zugmesslaschen: ein tragendes Teil wird gegen ein messendes getauscht.

Wie der Lastschäkel aufgebaut ist

Der Bausatz besteht aus vier Teilen: Schäkelbügel, Bronze-Buchse, Messbolzen und Mutter. Der Messbolzen ist der Sensor. Er nimmt die Last auf und verformt sich dabei so weit, dass die Verformung messbar wird, ohne dass der Bolzen Schaden nimmt. Die Buchse aus Bronze liegt zwischen Bügel und Bolzen und bestimmt, an welchen Stellen die Last in den Bolzen eingeleitet wird.

Die Elektronik sitzt in einem Gehäuse unmittelbar am Bolzenkopf. Dort ist auch der Akku integriert. Am Gehäuse liegen zwei Batteriedeckel und ein Bedienknopf. Die Messwerte gehen kabellos und in Echtzeit an den Empfänger. Der Schäkel ist damit eine geschlossene Einheit: er braucht weder Versorgungs- noch Signalleitung.

Ausgelegt ist er für hochdynamische Zug- und Hebelasten und mit fünffacher Sicherheit gegen die Nennlast. Die Bauweise ist robust gehalten, denn solche Teile stoßen im Betrieb an, bleiben hängen und fallen.

Bestandteile des Funk-Lastschäkels: Bügel, Bronze-Buchse, Messbolzen mit Elektronikgehäuse und Mutter

Wann Funk die richtige Wahl ist

Funk ist nicht grundsätzlich besser als Kabel. Ein Kabel ist günstiger, braucht keinen Akku und hört nicht auf zu übertragen, weil eine Verbindung abbricht. Solange der Aufnehmer an einer festen Stelle sitzt, ist die Leitung die einfachere Lösung. Auch an bewegten Achsen lässt sich ein Kabel führen, wenn man das richtige nimmt – dazu unser Beitrag Schleppkettentaugliches Kabel.

Funk gewinnt, sobald das messende Bauteil selbst bewegt wird oder frei hängt. Am Kranhaken, im Zug einer Winde oder an einem Traversenpunkt über der Bühne lässt sich keine Leitung mitführen, ohne dass sie scheuert, klemmt oder mitschwingt. Genannte Einsatzfelder sind Holzverarbeitung, Hebetechnik sowie Event- und Theatertechnik. Wie eine vergleichbare Messstelle mit Kabel aussieht, zeigt der Beitrag Kraftmessbolzen für die Theatertechnik. Zum Wiegen an der Last passen die Bauformen unter Kranwaagen-Wägezellen.

Was wir von Ihnen brauchen

Reichweite, Messrate und Akkulaufzeit hängen an der Konfiguration – wir klären das an Ihrer Anwendung. Sagen Sie uns, welche Last maximal auftritt, wie weit Sender und Empfänger auseinanderliegen, wie oft ein Messwert gebraucht wird und ob die Daten in eine Steuerung oder auf ein Anzeigegerät gehen. Weitere Funkausführungen finden Sie unter Funk-Messtechnik. Abweichende Nennlasten und Geometrien lösen wir als kundenspezifische Ausführung.

Schreiben Sie an office@octogon.org, rufen Sie +43 676 3628453 oder nutzen Sie unser Kontaktformular.

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