Ein Sensor ist ausgefallen, der Hersteller liefert den Typ nicht mehr, oder die Lieferzeit passt nicht zum Anlagenstillstand. In allen drei Fällen ist die Frage dieselbe: welche Zelle passt anstelle der alten?
Die gute Nachricht ist, dass eine DMS-Wägezelle kein geschlossenes System ist. Sie ist ein Federkörper mit einer Vollbrücke, und ihr Verhalten lässt sich über wenige Kennwerte vollständig beschreiben. Stimmen diese Kennwerte und die Mechanik, ist der Ersatz elektrisch und mechanisch gleichwertig – unabhängig davon, wer die alte Zelle gebaut hat.
Was am alten Sensor abzulesen ist
Meist steht das Wichtigste auf dem Typenschild oder im Kalibrierschein. Was fehlt, lässt sich messen.
- Nennlast in kg, t, N oder kN – und ob es sich um Zug, Druck oder beides handelt.
- Kennwert in mV/V, oft als „rated output“ bezeichnet. Typisch sind 1, 2 oder 3 mV/V. Dieser Wert entscheidet, ob die vorhandene Elektronik ohne Neuskalierung weiterläuft.
- Brückenwiderstand in Ohm, gemessen zwischen den Signalleitungen. 350 Ω ist der häufigste Wert, es gibt auch 700 Ω und 1000 Ω.
- Speisespannung, für die die Zelle ausgelegt ist – und was die vorhandene Elektronik tatsächlich liefert.
- Anschluss: Vier- oder Sechsleiter, Kabellänge, Farbcode oder Steckerbelegung. Der Farbcode ist herstellerabhängig und muss übersetzt werden, nicht übernommen.
- Mechanik: Gewinde, Lochbild, Einbauhöhe, Kraftangriffspunkt. Hier entscheidet sich, ob getauscht oder angepasst wird.
- Schutzart, Werkstoff, Temperaturbereich – und ob eine Zulassung dranhängt: ATEX, Eichfähigkeit, SIL oder Performance Level.
Ein Foto des Typenschilds und eines vom Einbau reichen in den meisten Fällen schon aus.
Drei Wege zum Ersatz
Gleichwertiger Standardtyp
Passt Nennlast, Kennwert, Brückenwiderstand und Mechanik, wird aus dem Sortiment ersetzt. octogon führt Wägezellen und Kraftaufnehmer von 1 N bis 10 MN in den gängigen Bauformen – Scherstab und Biegestab, S-Form, Knopf, Säule, Ring, Single-Point, Lastmessbolzen.
Anpassung an die vorhandene Mechanik
Stimmt die Elektrik, aber nicht das Lochbild oder die Bauhöhe, wird angepasst. Adapterplatten, geänderte Gewinde oder eine veränderte Bauhöhe sind über die eigene CNC-Bearbeitung ein normaler Vorgang – das ist meist schneller und billiger, als die Anlage umzubauen.
Nachbau nach Muster oder Zeichnung
Gibt es den Typ nicht mehr und ist keine Standardbauform übertragbar, wird der Sensor nachgebaut: Federkörper auslegen, fräsen, Dehnungsmessstreifen applizieren, abdichten und kalibrieren. Eine alte Zelle als Muster genügt oft; eine Zeichnung ist besser.
Wenn auch die Elektronik betroffen ist
Ist der alte Verstärker mit ausgefallen oder soll gleich modernisiert werden, gehört die Auswerteseite dazu: Wägetransmitter für die SPS, Indikatoren für die Bedienung vor Ort, IO-Link für die digitale Anbindung. Ein häufiger Fall bei der Modernisierung: die alte Zelle bleibt, nur der Verstärker wird gegen einen mit Digitalausgang getauscht – Einbau und Mechanik bleiben unberührt.
Ersatz anfragen
Schicken Sie an office@octogon.org:
- Foto des Typenschilds und des Einbauorts
- Nennlast, Kennwert in mV/V und Brückenwiderstand, soweit bekannt
- Was die vorhandene Elektronik ist
- Bis wann es gebraucht wird
Oder rufen Sie +43 676 362 8453 an. Die Lieferzeit beträgt innerhalb Österreichs 3 bis 5 Werktage, ins Ausland 5 bis 7 Werktage, soweit im Angebot nichts anderes steht.