Ein Kraftaufnehmer ist immer derselbe Grundgedanke: ein Federkörper, der sich unter Last messbar verformt, und Dehnungsmessstreifen, die diese Verformung in ein elektrisches Signal übersetzen. Was die Bauformen unterscheidet, ist nicht das Messprinzip, sondern wie die Kraft eingeleitet wird und wie viel Platz zur Verfügung steht. Diese Seite ordnet das Sortiment nach der Aufgabe statt nach dem Typenschlüssel.

1. Kraftrichtung

Die erste Frage ist, ob gezogen, gedrückt oder beides gemessen wird. Eine Zelle, die nur für Druck ausgelegt ist, kann Zug nicht messen und wird davon beschädigt.

2. Einbauraum

Steht der Platz nicht zur Verfügung, entscheidet die Bauform vor allem Übrigen.

  • Kleine Abmessungen – wenn der Aufnehmer in eine Vorrichtung, ein Handgerät oder eine Maschinenbaugruppe muss.
  • Biegebalken – Scherstab, Biegestab, Doppelscherstab und Single-Point-Zellen für Behälter- und Plattformwaagen.
  • Lastmessbolzen – der Bolzen im Lager wird selbst zum Sensor; keine zusätzliche Einbaustelle nötig.
  • 3-dimensionale Sensoren – wenn die Kraftrichtung nicht feststeht und Fx, Fy, Fz getrennt gebraucht werden.

3. Nennlast

Das Sortiment reicht von 1 N bis 10 MN. Die Auslegung folgt einer einfachen Regel: die größte erwartete Last sollte bei etwa 70 bis 80 Prozent der Nennlast liegen. Zu klein gewählt zerstört die Zelle, zu groß gewählt verschenkt Auflösung – eine Zelle, die nur zehn Prozent ihres Bereichs nutzt, hat denselben absoluten Fehler wie bei Volllast.

Mitzurechnen sind Eigengewichte, dynamische Stöße, Anfahrlasten und einseitige Belastung. Die Grenzlast im Datenblatt sagt, bis wohin eine Überlast ohne dauerhafte Schädigung vertragen wird; die Bruchlast sagt, wo es endet.

4. Signal

Zwei Wege stehen offen. Der klassische ist die passive DMS-Vollbrücke mit einem Kennwert in mV/V, die einen Messverstärker oder Transmitter braucht – dafür ist die Zelle billig, robust und beliebig lange lieferbar. Der zweite Weg sind Zellen mit eingebauter Elektronik: IO-Link für die digitale Anbindung mit Diagnose, analoge Ausführungen mit 4…20 mA oder 0…10 V, oder Zellen mit Display zum Ablesen vor Ort.

5. Umgebung und Zertifizierung

  • ATEX und IECEx für explosionsgefährdete Bereiche.
  • IP69K für Hochdruckreinigung und Nasszonen.
  • SIL und Performance Level, wenn die Messung eine Schutzfunktion übernimmt – dann braucht es zwei unabhängige Messkreise und die Kennzahlen für die Anlagenzertifizierung.

6. Wenn keine Standardbauform passt

Dann wird gebaut. octogon fertigt kundenspezifische Kraftaufnehmer von der Auslegung des Federkörpers über die CNC-Bearbeitung bis zur Kalibrierung. Und wenn gar kein Platz für einen Sensor ist, werden Dehnungsmessstreifen direkt auf ein vorhandenes Bauteil appliziert – auch vor Ort an der Anlage.

Was wir für eine Empfehlung brauchen

Mit diesen sechs Angaben kommt ein konkreter Vorschlag zurück statt einer Katalogliste:

  1. Kraftrichtung und größte erwartete Last
  2. Verfügbarer Einbauraum, möglichst mit Skizze oder Foto
  3. Statisch oder dynamisch, und wie schnell
  4. Umgebung: Temperatur, Feuchte, Reinigung, Ex-Bereich
  5. Gewünschtes Signal und was auf der Steuerungsseite vorhanden ist
  6. Anforderungen an Zertifizierung oder funktionale Sicherheit

An office@octogon.org oder +43 676 362 8453.